Weihnachtszeit...
Adventskonzerte in unseren Evangelischen Kirchen
Weihnachtsgottesdienste am 24.12.
weitere Gottesdienste in der Weihnachtszeit

Unser Weihnachts webTV:
Rückblick: Weihnachtsmarkt in Friesenheim 2011








Zeit der Grippe … ?


Alle Menschen, die hier in Süddeutschland eigene Kinder im Grundschulalter haben, oder wie ich beruflich mit Grundschulkindern zu tun haben, kennen diesen weihnachtlichen Rechtschreibfehler: Es handelt sich in diesem Artikel nicht um die viele von uns plagende Erkältung oder gar um die gefährliche Virusgrippe oder Schweinegrippe – es geht um Ochs und Esel, Maria und Josef und das kleine Jesuskind in der Weihnachtskrippe. Die meisten unserer Kinder schreiben die bei den ersten Versuchen eben so, wie sie das Wort aussprechen: „Papa hat die Grippe under den Weihnachtsbaum geschtelld.“ Begegnet mir alle Jahre wieder, ganz im Ernst, und schenkt mir jedes Jahr wieder zur rechten Zeit ein Adventsschmunzeln.

Wenn es klappt, werden dieses Jahr übrigens unsere Kirchenkrippen schon am Anfang der Adventszeit aufgebaut und stehen bis zum Ende der Weihnachtszeit am 24.Januar. So soll es ja eigentlich sein, auch bei Euch zuhause: Am 1.Advent ziehen die Weisen im Osten los und Maria bekommt ihr Kind vom Engel Gabriel angekündigt in Nazareth. Die Hirten sind noch weiter weg vom Stall zu Bethlehem, aber schon im Feld. Im Pfarrhaus nutzen wir das ganze Wohnzimmer, Mesopotamien ist über dem Fernseher, Nazareth auf dem Wohnzimmer-schrank, Maria und Josef wandern bis zum 24.12. langsam zur eigentlichen Krippe. Manchmal allerdings gibt es praktische Probleme mit der Darstellung der Weihnachtsgeschichte, zum Beispiel wenn unsere vierbeinigen Mitbewohner Marias Esel für eine graue Maus halten und im Maul forttragen. Na ja, aber bei der Geburt von Jesus ging ja auch nicht alles glatt und die Herberge war voll !

Vielleicht interessieren Sie sich ja auch für Weihnachtskrippen und möchten an der ökumenischen Krippenwanderung durch die weihnachtlichen Kirchen in Köngernheim, Friesenheim und Undenheim teilnehmen. Ziehen Sie sich aber warm an, Sie wissen ja, es ist „Grippenzeit“ …

Gottes weihnachtliches Schmunzeln begleite Sie !
Ihr Frank Holzbrecher, Pfarrer

Schaffen wir die Geschenke an Weihnachten doch ab ! ??

Dieser Vorschlag verfolgt mich schon seit ich 20 Jahre alt wurde. Letztes Jahr im Advent war es dann im Kirchenvorstand so weit. „In der Weihnachtszeit haben wir doch eh’ schon so eine stressige Zeit. Muss da unser Pfarrer auch immer noch so ausgiebig seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschenken? Wer soll das dann alles einpacken, beschriften und verteilen, so kurz vor Weihnachten ?“
Schnell bildeten sich verschiedene Parteien im Kirchenvorstand: Die „Radikalen Christen (RC)“ wollten die Weihnachtsgeschenke gleich komplett und für immer abschaffen. „Schließlich haben die armen Hirten an der Krippe auch keine Kalender geschenkt bekommen.“ Die „Bibelfreunde (BF)“ widersprachen: „Die Weisen aus dem Morgenland haben dem Jesuskind doch auch Geschenke ge-bracht. Allerdings erst am 6.Januar, also können wir uns immerhin mit dem Verteilen Zeit lassen.“ Ein Kompromiss wurde von den „Aktiven Tatkraft-Christen (ATC)“ vorgeschlagen: „Nur wer auch fleißig geschafft hat für die Kersch, soll ein Weihnachtsgeschenk vom Parre bekomme.“ Schließlich heißt es im 2. Thessalonicherbrief 3,10 „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“
Das Zitat war zuviel. Der Streit eskalierte wie zwischen Bahnchef Mehdorn und der Lokführergewerkschaft. Schnell bildete sich eine Weihnachtsgeschenk-Verteidigungs-Gewerkschaft, der Pfarrer drohte mit unbefristetem Weihnachtsstreik und die Kirchenvorsteher kon-terten mit der Weihnachtsbaum-Aussperrung aus der Kirche. Zum Glück hatten wir noch 12 Monate Zeit einen Kompromiss zu finden.
Jetzt ist wieder Advent, und es gibt bei uns doch wieder Weihnachtsgeschenke. Immerhin sind sie jetzt viel kleiner und bewirken etwas für arme Kinder in Afrika. So ist am Ende doch noch etwas herausgekommen bei der Diskussion um die Weihnachtsgeschenke …

Eine gesegnete Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Frank Holzbrecher



Unser Pfarrer macht Skiurlaub an Weihnachten,...(2004)
...allerdings frühestens, wenn er pensioniert wird, denn vorher werde ich wohl an Weihnachten nicht frei bekommen, schließlich haben wir Pfarrer da ja alle Urlaubssperre. Stattdessen verlassen uns über Weihnachten doch immer einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leserin, einige Kinder haben sich dieses Jahr sogar mit den Worten abgemeldet: „Wir können das Christkind in der Kirche in Undenheim nicht treffen, weil im Skiurlaub das schweizerische Christkind in den Skikindergarten kommt.“ Danach redeten die Kinder und ich begeistert über Schnee, über Schneesturm, über Skifahren, Schlittenfahren und Snowboard, denn wenn der Winter näher rückt und schon im November mal ein Tag Schnee liegt wie dieses Jahr, dann träume auch ich von weißen Alpenbergen unter blauem Himmel bei strahlendem Sonnenschein und Urlaubsgefühlen. Das hatten die Kinder natürlich gleich gemerkt, und einer, so ein ganz vorwitziger sagte: „Du, Pfarrä, da kannst Du ja mit uns mitkomme, Pfarrä, und auch in den Skikindergarten gehen zum schweizerischen Christkind. Dann hätten wir unseren eigenen Pfarrä dabei.“ Und dabei schaute das Kind mich an, als ob es mich zusammen mit dem Teddybär in den Reiserucksack einpacken wollte.
Zack - war mein Traum vorbei und mir viel ein, das das Wetter in den Alpen an Weihnachten meistens nicht besonders ist, letztens sogar mal verregnet bis 2100 Meter Höhe. Den schönsten Schnee gibt es normalerweise auch erst nach Silvester. Und die Weihnachtstage in unseren Dörfern möchte ich dann doch nicht verpassen, so eine vertraute kleine Kirche mit Weihnachtsbaum ist etwas wunderbares. „Ich bleibe lieber hier an Weihnachten“, sagte ich zu den Kindern, „da kommen sehr viele Leute in die Kirche und die sind traurig, wenn ihnen der Pfarrer nicht die Weihnachtsgeschichte vorliest.“ „Na gut“, sagte das stillere Mädchen, „dann musst Du doch nicht in den Skikindergarten und darfst in die Kirche gehen.“ Also werde ich dann doch da sein, am 24.Dezember…

Eine gesegnete Weihnachtszeit und schöne
Weihnachtsferien wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Frank Holzbrecher


Weihnachten - Fest der Familie ? (2003)

Ich erinnere mich an eine Diskussion über Weihnachten in den 80er Jahren. Für echte Christen sei Weihnachten überhaupt kein Familienfest, es würde nicht um die Familie gehen an Weihnachten, sondern um die Geburt von Jesus, Gottes Sohn. Das mit der Familie unterm Weihnachtsbaum wie damals Maria, Josef und das Christkind sei der blanke Kitsch und hätte eigentlich nichts mit der biblischen Botschaft zu tun. Damals hieß es auch: „In diese Welt setz ich doch keine Kinder – no future, keine Zukunft!“
In diesem Jahr besinnen sich Politiker aller Parteien plötzlich darauf, dass die Frage, wie viele Kinder in unseren Familien in Deutschland zur Welt kommen doch nicht unwichtig ist. Lange wurde ja behauptet, Einwanderung aus ärmeren Ländern oder die hohe Bevölkerungsdichte bei uns würden „Probleme wegen zuwenig Nachwuchs“ gar nicht erst aufkommen lassen. Jetzt sehen wir, dass das nicht stimmt: Zu wenig Kinder bedeuten für unser Land wie für jedes andere zwangsläufig niedrigere Renten, ein späteres Pensionsalter, hohe Sozialbeiträge, geringere soziale Leistungen und letztlich leider auch ganz klar geringer werdender Wohlstand.

Weihnachten war traditionell das Fest der Familie. Das ist aber keine Kitsch-Verfälschung, sondern hängt damit zusammen, dass Lukas und Matthäus in ihren biblischen Weihnachtsgeschichten auch eine anrührende und spannende Familiengeschichte erzählen –neben der Hauptsache, dass Gott als Jesuskind Mensch wurde. Die Reise Josefs mit der schwangeren Maria nach Bethlehem, die Suche nach einer Unterkunft, Geburt des Kindes im Stall, die erfolgreiche Flucht der Familie vor dem bösen König Herodes, das sind die Kapitel der weihnachtlichen Mutmachgeschichte für Eltern und Kinder. Das christliche Fest Weihnachten feiern wir gerade deshalb ja auch mit einem Gottesdienst für die ganze Familie, oft mit einer kindgerechten Weihnachtsaktion für Groß und Klein. Ein Kind ist die Zukunft, sagt die Bibel.
Eine gesegnete Weihnachtszeit wünschen Ihnen

Ihr Pfarrer Frank Holzbrecher


Auf der Suche nach dem Stern... (2001)
Jedes Jahr erinnern mich die Weihnachtsauslagen der Supermärkte schon frühzeitig daran: Ich muss einen adventlichen Text für unser "Kerchebläddche" schreiben, obwohl ich eigentlich mit dem Volkstrauertag und dem Ewigkeitssonntag beschäftigt bin. Ob es den Menschen, die in den Supermärkten und Geschäften arbeiten wohl ähnlich geht wie mir? Nach der Endredaktion kommt die Vorlage in die Druckerei, und bis das Kerchebläddche dann ausgetragen ist, haben wir schon Advent, also muss ich früher anfangen. Doch ich freue mich ja auf die schöne Zeit der Lichter, der Plätzchen, der Kerzen und Adventskränze. Ich freue mich ja auf die funkelnden Lichter in der Dunkelheit, auf das erste Türchen des Adventskalenders und besonders auf unseren großen roten Papierstern. Er leuchtet so zauberhaft und geheimnisvoll rot, es ist unser Stern-von-Bethlehem.
Wir hängen diesen Stern jedes Jahr direkt nach dem Ewigkeitssonntag in unser Fenster. An diesem Sonntag denken wir Evangelischen auf dem Friedhof und in den Kirchen gemeinsam an die Menschen, die aus unseren Gemeinden gestorben sind. Ein sehr bewegender Tag für die Angehörigen, auch für die Evangelischen Gemeinden und für mich. Ich erinnere mich an bekannte Gesichter unter den Verstorbenen, an verzweifelte Angehörige und andere, die zuversichtlicher und hoffnungsvoller wirkten. Wenn wir dann den roten Papierstern im Fenster aufhängen, und er das erste Mal leuchtet, tut mir das immer gut, dann beginnt für mich der Advent. Es ist als ob die Zeit von Volkstrauertag und Totengedenken tröstlich beleuchtet wird: Alles was war und ist steht unter einem guten Stern, dem Stern von Bethlehem, dem Zeichen der Hoffnung, dass es einen guten Gott gibt, der uns in der Ewigkeit erwartet und uns Menschen liebt.
Advent feiern heißt: sich öffnen für Gefühle und Sehnsüchte, heißt auf die Suche gehen nach tragfähiger Hoffnung und nach neuen Möglichkeiten. Advent bedeutet für mich "unter einem guten Stern unterwegs sein".
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Suche nach "Ihrem" Stern.
Ihr Pfarrer Frank Holzbrecher