Vogelfestgottesdienst dieses Jahr wieder am 19.6.2016
Neue Konfirmanden im Grünen
spezieller Begrüssungsgottesdienst beim Vogelverein (Hahnheimerstr.) in Undenheim
mit Kindergottesdienst, Kinderbetreuung und Kinderbelustigung
und dem Evangelischen Posaunenchor Undenheim
Artikel von 2008 von Marie-Luise Brehm

Nach einem Jahr Pause fand der Gottesdienst mit Vorstellung der Vorkonfirmanden wieder auf dem schönen Gelände der Vogelschützer statt. Vorab begrüßte deren Vorsitzender, Klaus Wilhelm alle Besucher und lud die Anwesenden ein, nach dem Gottesdienst auf dem Sommerfest zu verweilen.
Den musikalischen Part hatte, wie immer in gekonnter Manier, der Posaunenchor unter der Leitung von Bernhard Frank, übernommen. Pfarrer Frank Holzbrecher begrüßte zu Beginn besonders die Vorkonfirmanden und ihre Eltern und gab der Freude Ausdruck, den Gottesdienst als freie Menschen unter Gottes freiem Himmel feiern zu dürfen. Gleich zu Beginn stellten sich die Vorkonfirmanden jeweils selbst vor und erhielten anschließend den Segen.
Seiner Predigt legte Pfarrer Holzbrecher das Wachtelwunder zugrunde, welches allgemein nicht so präsent ist wie das Manna-Wunder. Beide Wunder ereigneten sich beim Zug der Israeliten durch die Wüste, denn kaum ein paar Wochen waren vergangen, sehnte sich das auserwählte Volk an die Fleischtöpfe Ägyptens zurück, und die Sklaverei erschien ihnen als das kleinere Übel gegen den Hunger. Das Gemurre und Gemecker wurde natürlich von Gott vernommen, der jedoch Großzügigkeit bewies und fortan nicht nur reichlich Manna sondern darüber hinaus für Wachteln sorgte, sodass sich alle auch an Fleisch satt essen konnten. Nach dem Verzicht kam sozusagen der Luxus. Hier sei es vor allem wichtig, eine Balance herzustellen; denn auch der heutige Mensch murre und meckere, und die Legendenbildung blühe, Beispiel: Euro ist gleich Teuro. Doch Luxus erschöpfe sich nicht im Materiellen; Luxus könne auch positiv sein in Gestalt von guten Gesprächen, Feiern und ähnlichem. Der Mensch lebe etwa beim Feiern auf und könne neue Kraft tanken. Und wer mit Gott verbunden sei, dürfe auch guten Gewissens feiern und genießen.
An die Adresse der Vorkonfirmanden gab Pfarrer Holzbrecher zu bedenken, dass die Möglichkeit bestehe, von den Geldgeschenken zur Konfirmation auch etwas zu spenden, so lernten die jungen Menschen auch Verzicht zu üben. Zum Schluss des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Holzbrecher bei allen, die zum Gelingen beigetragen hatten.



Gotteslob mit Vogelgezwitscher
spezieller Jubiläumsgottesdienst im Grünen beim Vogelverein in Undenheim

Der Vogelzucht- und Schutzverein Undenheim 1978u. Umgebung e.V. feierte vom 20.-22.Juni 2003 sein 25jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Programm und hatte zum Mitfeiern eingeladen. Pünktlich zum kalendarischen Sommeranfang spielte auch das Wetter mit, so dass die Gäste „in der Bitz“ wieder im Freien sitzen konnten und auch die Kirche wieder als Gast in Erscheinung treten durfte. Die Freiluftgottesdienste bei den Undenheimer Vereinen waren in der Vergangenheit immer reichlich besucht, und auch bei diesem Sommerfest waren die Bänke mit über 220 Gottesdienstbesuchern mehr als gut gefüllt. Als bewährter und beliebter Gast half der Evangelische Posaunenchor Undenheim unter der Leitung von Gerhard May bei der musikalischen Gestaltung. In gleicher Weise als Dauerbrenner hatte auch Margarethe Urban den Küsterdienst im Grünen übernommen. Wie schon oft bei den Gottesdiensten im Grünen begann Pfarrer Frank Holzbrecher auch in diesem Jahr mit einer Geschichte, auf die im weiteren Verlauf mehrfach eingegangen werden sollte. Diesmal handelte die Erzählung von einer Wette, ob ein Adler noch ein Adler war, nachdem er jahrelang mit Hühnern eingesperrt war. Obwohl sich sein Verhalten stark an die Lebensweise der Hühner angepasst hätte, sei es ihm schließlich doch gelungen, sich wieder in die Wildnis zu wagen. Bei zwei vorangegangenen, missglückten Freilassungsversuchen habe es geschienen, als ob er bereits zum Huhn erzogen worden wäre.
Auch in diesem Jahr wurde die Öffentlichkeit eines Freiluftgottesdienstes für die Vorstellung der neuen Konfirmanden genutzt, die fast vollständig erschienen waren. Vorher waren schon die Kinder zu einem Kindergottesdienst eingeladen worden, der in diesem Jahr von drei neuen Betreuern aus dem Kreis der letztjährigen Konfirmanden betreut wurde, nämlich von Katharina Arndt, Kathrin Brand und Felix Volze.

Die anschließende Lesung einer Jesaja-Textstelle (Jes. 40, 27-31) durch Walter Pharo griff das Motiv von Verzweiflung und der Erlösung zur adlerhaften Freiheit wieder auf: „... die auf den Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler ...“ Die Predigt stellte zunächst den Vogelschutz- und Zuchtverein in den Rahmen der anderen Undenheimer Vereine. Zwar sei er noch ein sehr junger Verein, doch sei er im Hinblick auf das Bewusstsein des Naturschutzes, dem er fleißig nachkommt, eine Gründung der ersten Stunde. Wie bei jedem Anfang, seien zunächst Schwierigkeiten und Bedenken zu überwinden gewesen – hier setzte die Parallele zum genannten Bibeltext ein, den das Volk Israel während der babylonischen Gefangenschaft hörte und aufbewahrte. Wie in der Bibel sei auch bei der Vereinsgründung ein vertrauensvoller Rückhalt notwendig gewesen, der sich im Vertrauen auf Gott zeige. Diese Hilfe gab der Pfarrer auch den Konfirmanden mit auf den Weg, deren Situation des Eintritts in einen neuen Lebensabschnitt mit der Befreiung des Adlers aus der Geschichte, mit der Hoffnung des Volkes Israel in der Gefangenschaft und mit dem Engagement der Vogelschützer vor 25 Jahren vergleichbar sei.Durch göttliches Wirken habe jeder dieser vertrauensvollen Aufbrüche dazu geführt, dass Menschen und Tiere innerlich gewachsen seien.

Zum Schluss begrüßte Rüdiger Huhn als Vorsitzender des Vereins die Gemeinde, bedankte sich bei den Anwesenden für den Besuch sowie bei der Grundschule für die Ausrichtung eines Vogelmalwettbewerbs unter den Schülern. Auch für die neuen Konfirmanden fand er Worte des Glückwunschs und der Zuversicht.

Vogelfestgottesdienst 2002

Gottesdienst "open air" 2002 beim Sommerfest des Vogelzucht- und Schutzverein Undenheim 1978u. Umgebung e.V.. Seit Jahren schon erfreuen sich derartige Gottesdienste im Grünen großer Beliebtheit, und so versammelten sich auch diesmal bei gutem Wetter etwa 170 Personen "in der Bitz". Dieses Vereinsgelände bietet einmal im Jahr auch denjenigen Undenheimern, die weit von der Kirche entfernt wohnen, die Möglichkeit, bequem zu Fuß zum Gottesdienst zu gehen und sich anschliessend, je nach Alter, entweder für die riesige Hüpfburgoder für Grillsteak, selbstgebackenen Kuchen oder ein kühles Glas Bier zu begeistern.
Da der Posaunenchor diesmal durch seine zeitgleiche Teilnahme am Bläserfest in Eltville verhindert war, lag die musikalische Leitung in den Händen von Clemens Frank am Keyboard und Bernhard Frank, der ebenfalls am Keyboard spielte, aber darüberhinaus als solistischer Repräsentant des Posaunenchores auch mit der Posaune zur Musik beitrug und seinen Chor würdig vertrat.
Gleich zu Beginn des Gottesdienstes las Pfarrer Frank Holzbrecher zu musikalischer Untermalung die Geschichte "Zusammen gelingt es" vor, in der fünf Vögel ihren Lebensunterhalt durch gemeinsames Singen und Tanzen bestreiten. Als sie von Ehrgeiz und Habgier getrieben dazu übergehen, sich als Alleinunterhalter zu versuchen, enden sie in Erfolglosigkeit und Hunger. Erst nachdem sie all ihre verschiedenen Talente wieder vereint haben, gelingt es ihnen, zur alten Eintracht und Harmonie zurückzukehren.
Bevor der Ablauf des Gottesdienstes fortgesetzt wurde, trafen sich die Kindergottesdienstkinder mit ihren Betreuern - Tina Schwamb und vier Konfirmanden des letzten Jahrganges - um abseits der Liturgie und Predigt einen Kindergottesdienst zu feiern. Dieses Vorgehen hat sich schon mehrfach bei den Freiluftgottesdiensten bewährt und verdient den herzlichsten Dank der Gemeinde an die Kindergottesdienstmitarbeiter, die so zahlreich erschienen waren.
Noch vor der Predigt stellte der Pfarrer der Gemeinde die "neuen" Konfirmanden vor, ohne zu vergessen, daß sie schon seit Wochen Konfiunterricht erhalten und schon im Lernprogramm fortgeschritten sind. Nach zwei numerisch starken Jahrgängen folgt diesmal eine überschaubare Gruppe von insgesamt neun Konfirmanden aus Undenheim und Friesenheim. Nachdem sie sich alle kurz namentlich der Gemeinde vorgestellt hatten, wurden sie zur Einführung in ihre Konfirmandenzeit mit einem Segen bedacht.
Als Schriftlesung trug Walter Pharo Teile des Psalms 104 vor, in denen Gott als Schöpfer der Tiere gepriesen wird. Besondere Erwähnung kommt dabei auch den Vögeln zu, die wie alle Erscheinungen der Natur als Gottes Geschenke erscheinen.
Die folgende Predigt vereinte die offenen Enden der anfänglichen Geschichte, des Situation der neuen Konfirmanden und des zitierten Psalmes zu einem harmonischen Ganzen: So wie wir uns in der Geschichte stets mit den Vögeln identifizieren, wohnt der Menschheit seit langem schon der Traum vom Fliegen inne. Dadurch sind gerade Vögel zum gebräuchlichen Abbild göttlichen Wirkens geworden - man denke nur an die üblicherweise geflügelte Darstellung der Engel oder die Vorstellung der Seele als Vogel. Aber auch in sibirischen, indonesischen oder sudanesischen Weltschöpfungsmythen kommt den gefiederten Zeitgenossen eine hohe Bedeutung zu, und der Talmud beschreibt in einem Genesiskommentar den Geist Gottes, der im Verlauf der Schöpfung über dem Wasser schwebte, als Taube. Im Gegensatz dazu verbinden sich mit dem Vogel auch Vorstellungen des Fallens, wie in der angesprochenen Geschichte oder der Sage von Daedalos und Ikaros. Die eigensinnigen Vögel oder der übermütige Ikaros treten uns dabei als Warnungen vor Augen, uns nicht auf unser Wesen allein zu beschränken, sondern stets, wie auch in der Gemeinde, einander zu respektieren und zu helfen. Damit wurden wörtlich die neuen Konfirmanden angesprochen, aber dem aufmerksamen Zuhörer entging auch nicht, daß die Gültigkeit dieses Aufrufs auch ihn umfaßt. Im Rückgriff auf den Psalmentext erklärte Pfarrer Holzbrecher das Wirken Gottes und die göttliche Ordnung als Grundlage unseres Zusammenlebens. Den Gefahren, die moderne Ikaroi für ihre Mitmenschen, vor allem aber für sich selbst darstellen, steht die Erinnerung entgegen, daß wir all unsere Fähigkeiten nur göttlicher Gnade, alles Gelingen nur unserer Eintracht mit Gott und den Menschen verdanken. So endete die Predigt im metaphorischen Diktum "Unsere Flügel verleiht nur Gott!"

Bevor die Kinder nach der Predigt wieder zur Gemeinde stießen, kam des Pfarrers neue Strophe zum alten Volkslied "Wem Gott will seine Gunst erweisen" zur Geltung, die er zum Anlaß des Festes gedichtet hatte - wie er auch im letzten Jahr den Angelsportverein ein solches Geschenk verehrt hatte:

Weil wir uns jedes Jahr hier treffen
bei Amsel, Drossel, Fink und Star
und mit den Vogelschützern singen
so Gott will wieder nächstes Jahr.

Nach den Gebeten sang man gemeinsam noch "Laudato si", das begeisterte Loblied des Franz von Assisi, indem er Gott für die gesamte Schöpfung dankt und ihre Vielfalt und Herrlichkeit preist. Auf dem schattigen, idyllischen Vereinsgelände konnte der Gottesdienstbesucher die Freude des Franziskus leicht nachempfinden.
Ehe Bernhard und Clemens Frank zum Abschluß noch einmal ihre Instrumente erklingen ließen, sprach für den gastgebenden Verein Rüdiger Huhn, der alle Gäste begrüßte, allen Helfern dankte, ganz besonders den Konfirmanden alles Gute wünschte und in einem kleinen Ausblick auf die Vereinstätigkeit das im nächsten Jahr stattfindende Jubiläum des Vogelvereins ansprach: Ein froher Ausblick auch für die Freunde der Gottesdienste im Freien.