Gottesdienstzeiten:     Undenheim und Friesenheim

Ewigkeitssonntag - Gedenken und Hoffnung

Der Ewigkeitssonntag - im Volksmund auch Totensonntag genannt- steht alljährlich am Ende eines Kirchenjahres. An diesem Tag ist es für die evangelischen Christen Tradition und Bedürfnis, ihrer Verstorbenen in Liebe zu gedenken. Auch in diesem Jahr war die Evangelische Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Diesmal unter der Leitung von Gerhard May, eröffnete der Gesangverein 1894 den Gottesdienst mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe....“. Schon in seinen begrüßenden Worten machte Pfarrer Holzbrecher deutlich, dass sich Leben und Sterben im Kreislauf bewegen “ Aus Gott strömt alles Leben und zu Gott fließt es zurück“, und er forderte alle Anwesenden auf sich in den Worten des Gesanges und den Klängen der Orgel mittragen zu lassen auf dem Weg zum Gedenken an ihre verstorbenen Lieben. Nach dem Votum sang die Gemeinde das Lied „So nimm den meine Hände..“, eine inständige Bitte an Gott, immer mit uns zu sein.
In einer Meditation sprach Pfarrer Holzbrecher über Trauernde, die man zwar nicht trösten kann, doch man kann ihnen zuhören, ihnen Zeit und Zuwendung schenken, einfach mit ihnen zusammen sein, auch durchaus ihren Zorn zuzulassen, zusammen schweigen, gute Gedanken an den Toten haben, gut über ihn reden, alte Bilder zusammen ansehen und die gemeinsame Zeit in Erinnerung rufen. Das Lied des MGV 1894“ Näher mein Gott zu Dir..“ leitete über zur Schriftlesung aus der „Offenbarung des Johannes21, 1-4, beängstigend doch gleichsam tröstend. „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Dort wird es keinen Not mehr geben und keine Trauer und Gott wird unter den Menschen wohnen und alle Tränen abwischen von ihren Augen.!“
In seiner Predigt sprach Pfarrer Holzbrecher den Tod, wie auch das Leben an. Kein Mensch kann dem Tod etwas entgegensetzen. Allein Gott nimmt sich der Toten , wie auch der Lebenden an. Dabei gab er der Hoffnung Ausdruck, dass die Worte aus der Offenbarung und die Musik auch in den Menschen Hoffnung erwecken werde und Wörtlich: “An diesem letzten Sonntag im Kirchenjahr denkt die Kirche an die, mit denen es früher schön war und mit denen wir gelebt haben. Der Tod ist kein Ende, er ist eine Tür, hinter der uns Friede erwartet!“ Wir sollen uns auf die Ewigkeit freuen, wo unsere Lieben jetzt schon sind und ganz sicher auf uns warten. Die Predigt schloss mit dem tröstlichen Satz: “Gott ist wie ein Licht das scheint, auch wenn unser Licht erlischt!“. Einem weiteren Chor des MGV 1894 folgten die Fürbitte mit Totengedenken. Es waren in diesem Jahr bis dahin zwanzig Gemeindemitglieder, die in die Ewigkeit vorausgegangen sind. Für jedes von Ihnen wurde eine Osterkerze entzündet, die ihre Angehörigen mit nach Hause nehmen konnten. Auch wurde der Toten gedacht, die nicht zur Gemeinde gehören, manchem aber Freunde oder gute Bekannte waren. Auch für sie wurden Kerzen angezündet. Eine tröstliche Brücke zu den Verstorbenen.
Am Ende des Gottesdienstes sprach Pfarrer Holzbrecher noch Worte des Dankes für das Mitwirken des MGV 1894 und an alle, die mithalfen, den Gottesdienst zu gestalten.

von Marie Luise Brehm (2005)