Hochzeitsboom in Undenheim …

von Pfarrer Frank Holzbrecher

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Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm
(1.Johannesbrief 4, 16)

Vielleicht haben Sie es ja vor ein paar Monaten auch in der Zeitung gelesen, in der Undenheimer Goldbachhalle und im Heimatmuseum kann man jetzt standesamtlich heiraten. Dadurch nimmt natürlich die Attraktivität eines Dorfes für Brautpaare aus dem ganzen Bundesgebiet zu, zumal wenn es dort viele Gaststätten gibt, die Hochzeitsfeiern auf hohem professionellen Niveau ausrichten, wie in Undenheim. Auch die Kirche spielt da natürlich eine Rolle. Vor allem unsere ansprechend gestalteten kleinen Kirchen in Friesenheim und Undenheim mit 100 bis 200 Sitzplätzen sind begehrt. Die meisten Brautpaare möchten dann doch nicht so gerne bis zu 40 Meter von Ihren Gästen entfernt am Altar sitzen, wie in einem Dom. Hinzu kommt, dass seit 2000 bei uns auch Trauungen unter freiem Himmel möglich sind.
So hat die ohnehin schon hohe Anzahl von auswärtigen Hochzeiten bei uns weiter zugenommen, auf eine einheimische Hochzeit kommen inzwischen in Undenheim sechs Hochzeiten aus Hamburg, Wiesbaden, Mainz, Frankfurt oder London. Die Kirchengemeinde hat sich inzwischen ganz gut auf diese Situation eingestellt: Von ausführlichen Hochzeitsinfos und der Liedzettelhilfe auf unseren Internet-Seiten, über standardisierten Schriftverkehr und feste Zeiten bis hin zu zusätzlichen PfarrerInnen aus dem Dekanat, die Hochzeiten übernehmen, kann der Ansturm bisher bewältigt werden. Einheimische Paare müssen sich allerdings auf die Situation einstellen und die Undenheimer Evangelische Kirche am besten ein Jahr im voraus reservieren, sonst kann es passieren, dass sie selbst in die Nachbarorte ausweichen müssen, weil Brautleute aus Köln oder Tokio schneller waren.

Manche Christen beklagen, dass heute so viele Hochzeiten nicht mehr im Heimatort stattfinden. Doch ich denke, dass das im Zeitalter der Autobahn und der nachlassenden Bindung an die heimatliche Kirchengemeinde nicht aufzuhalten ist. Und nach meinen Erfahrungen in den Traugesprächen ist es wirklich oft Gottes Geist der Liebe, der uns die Liebespaare nach Rheinhessen weht.

Den Segen des Gottes, der die Liebe selbst ist,
wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Frank Holzbrecher