Erntedankfeste in unseren Dörfern
Das Erntedankfest wird in unseren Gemeinden sehr lebendig und sehr unterschiedlich gefeiert. In beiden Dörfern führen die Konfirmanden eine Erntedanksammlung durch. Oft wirken der Kindergottesdienst, der Kirchenchor und der Posaunenchor mit. In Friesenheim findet zu Erntedank das traditionelle Erntedankessen der evangelischen und katholischen Frauen für einen guten Zweck statt. In Undenheim veranstalten der Bauernverein und der Landfrauenverein nach dem Gottesdienst einen Umtrunk vor der Kirche, die Landfrauen dekorieren die Kirche jedes Jahr auf eine andere Weise, manchmal traditionell, manchmal modern, aber immer einfallsreich. (zurück zur Übersicht)

So 24.9., 17 Uhr Friesenheim und 18 Uhr Undenheim Abendmahlsgottesdienste "Erntedank besinnlich"
So 29.10., 10.30 Uhr Erntedankfest Undenheim mit anschliessendem Umtrunk
So 5.11., 10.30 Uhr Erntedankfest Friesenheim mit anschliessendem Wohltätigkeitsessen

Freitag 20.10. bis Sontag 29.10. in Undenheim und Friesenheim Erntedanksammlung
           der Konfirmanden für die Diakonie Kathastrophenhilfe und das Behindertenheim in Jugenheim

Wofür wir zu Erntedank eigentlich sammeln ?
Die Erntedanksammlung 2016 erbrachte
in Undenheim 1894,01 € für die Diakonie Katastrophenhilfe Syrien,
in Friesenheim 217,00 €
für das Johann-Helfrich-Haus in Jugenheim/Rhh., ein Heim für geistig und körperlich behinderte Menschen.
Der Erlös des Erntedankessens 2016 in Friesenheim von 690,00 € wurde zur Hälfte an das katholische Hilfswerk Miserior überwiesen. Die andere Hälfte wurde der Gomelhilfe von Pfarrerin Gertud Voelckel gespendet.
Allen Spendern und Spenderinnen ein ganz herzliches Dankeschön !!!!

Alle guten Gaben - Erntedank
Für viele Menschen ist der Herbst, so „golden“ er dieses Jahr auch werden mag, oft nur das Zeichen, dass der Sommer beendet ist und der Winter kommt. Aber wie jede Jahreszeit hat auch der Herbst seine schönen Seiten:
Nicht nur das Farbenspiel der Blätter kann uns begeistern, sondern ich denke vor allem an die Früchte der Felder und der Bäume. Viele Menschen, auch hier bei uns auf dem Land merken oft wenig von der Freude der Ernte, wenn sie nicht selbst noch Kontakte zu landwirtschaftlichen Betrieben haben.
Allerdings: schon dieser letzte Begriff macht uns deutlich, dass unsere heutige Produktion von Nahrungsmitteln kaum noch etwas mit den romantischen Erntebildern vergangener Zeiten zu tun hat. Diejenigen, die selbst noch liegen gebliebene Körner „stoppeln“ gegangen sind, sagen übrigens, es sei auch früher nicht wirklich romantisch gewesen, sondern harte Arbeit.
Und doch ist es immer wieder wichtig, innezuhalten, über den mit klein gedruckten Fallen gespickten Gersteverträgen und EU-Richtlinien nicht zu vergessen, dass unser Leben trotzdem zutiefst von den Nahrungsmitteln abhängt. Das wissen heute besonders die Menschen, die auch Nöte früherer Zeiten kennen gelernt haben, das wissen auch die Menschen in anderen Teilen unserer Erde, wo sich die Supermärkte nicht mit ihren billigeren Angeboten gegenseitig unterbieten – weil es dort kaum Supermärkte gibt, denn es ist nicht genug zum Anbieten da! Auch wenn bei uns die Landwirtschaft weitgehend technisiert wurde und wir an manchen Stellen wirklich von der „Nahrungsmittelproduktion“ sprechen, so dürfen wir in dem allen nicht vergessen, dass wir das Wunder der Ernte nicht „machen“ können und Missernten immer noch eine Tragödie sind – zumindest für die betroffenen Bauern und die Menschen in den armen Ländern. Das Wunder des Wachsens und Gedeihens ist uns geschenkt worden. Dafür sollten wir Gott, dem Schöpfer dankbar sein. „Erntedank“ ist so eine Gelegenheit einmal im Jahr. Mit unserem traditionelles Erntedanklied singen wir davon:

(EG 508) Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn.

Einen gesegneten Herbst wünscht Ihnen herzlich
Ihr Pfarrer Dr. Holzbrecher

zum Streit um die EU Zuckerrübenverordnung 2006